Charakteristik
Der erste Teil ist sehr dynamisch - vom relativ kleinen
Canyon bis hin zur Gorge (Canyon-Mitte), wo der Fluß fast 2000 m unterhalb
des Niveaus vom North Rim liegt. Anfangs geringe Schwierigkeiten, keine Rapids,
nur Riffles; erst zu Beginn des zweiten Tages geht es richtig zur Sache (etwa
bis Schwierigkeit 7-8; für Experten: im Grand Canyon werden die typischen
Schwierigkeitsgrade mit dem Faktor 2 multipliziert: 8 entspricht also einer
4 in Europa). Der 3. Tag ist ausgesprochen ruhig, fast ohne Rapids. Das wirkliche
excitement beginnt am 4. Tag und hat den Höhepunkt am 5., mit den berühmtesten
Rapids auf der Strecke (etwa Sockdolager). Hier sind die Wände des Canyons
2 Milliarden Jahre alt, haben also 40% der Weltgeschichte auf dem Buckel.
Die zweite Hälfte beginnt heftig, wird aber dann ruhiger und stellt damit
das umgekehrte Erlebnis zur anderen Tour dar (das kennen wir nur aus Beschreibungen).
Hier gibt es die Möglichkeit, den laut Beschreibung schönsten Seitencanyon
zu besuchen, in dem noch Indianer wohnen. Wir hatten eigentlich vor, irgendwann
einmal auch die zweite Tour zu unternehmen, und dabei zuvor dort zu übernachten
oder gar einige Tage zu bleiben, was sich bisher aber nicht verwirklichen
ließ (s. Einführung zu Jemen)...
Neben dem reinen Rafting-Trip
steht auch die Erkundung des Canyons auf dem Programm. Wir
haben täglich mindestens zwei Touren unternommen - in Seitencanyons,
die jeweils einen individuellen Charme besitzen, und oft in einem Wasserfall
enden, wo es halt dann nicht mehr weitergeht. Hier trifft man auf Wildtiere,
die vielleicht noch nie einen Menschen gesehen haben und auch entsprechend
relativ wenig scheu sind. Manchmal wird auch richtig Höhe gewonnen und
sogar etwas geklettert (nicht richtig alpin für uns Bayern, aber immerhin
über Fels).
Häufig trifft man auf Artefakte der Ureinwohner - den Anasazi. Das können
etweder in den Berg eingemauerte Vorratslager sein (oft mehrere hundert Meter
über Flußlevel), Überreste von Siedlungen oder Petroglyphs
(Steinzeichnungen).
