San Gimignano - die Stadt der Geschlechtertürme
ist ein touristisches Muß in jedem toskanischen Reiseführer. Begründet wird dies durch die noch existierenden Geschlechtertürme, Wahrzeichen einer ruhm- und blutreichen Vergangenheit der Stadt. Jeder der Türme war für 'Krisenzeiten' der Zufluchtsort einer Familie (eines Geschlechts) und bot damit Schutz auch vor anderen Familien der Stadt. Heute sind nur noch wenige erhalten und der größte davon kann bestiegen werden.
Neben den martialischen Türmen ist auch die alte Substanz noch überall erhalten - gepflegt, auch wegen der unendlichen Touristenstroms. Wer sich hier auf einen ruhigen optischen Leckerbissen gefeut hat, liegt total falsch. Auch zu eigentlich schwach besuchten Zeiten - die Aufnahmen entstanden Anfang November - ist die Stadt immer noch überlaufen; Parkplätze vor der Stadt sind überfüllt und manche Autofahrer hatten einen längeren Fußweg zur Stadt als wir, die wir in einem hübschen Hotel außerhalb gewohnt haben. Dennoch ist San Gimignano auf jeden Fall einen Besuch wert - allein die imposanten Bauten und die faszinierenden (Ein-)Blicke sind Genuß genug. Mir hatten es vor allem die Perspektiven vor und auf dem Marktplatz angetan - wegen des malerischen Himmels doppelt schön.
Das Ambiente der Stadt hat auch viele Künstler angezogen, die ihre Ateliers entlang der Hauptstraße haben. Jeder pflegt einen individuellen Stil - es müßte eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Sollte man jedoch noch auf die Idee kommen, im Ort zu essen - das läßt man besser bleiben. In der Umgebung gibt es originalere Kneipen oder Bars, in denen es schneller geht, besser schmeckt und der Touri-Aufpreis nicht zu bezahlen ist.
Colle di Val d'Elsa
liegt beeindruckend mit seiner Altstadt auf einem langgestreckten Felsen. Weniger interessant und auch deutlich weniger gepflegt als San Gimignano ist die Stadt zwar eine Pause wert, sicher aber nicht einen Abstecher oder als gar als Ziel einer Reise geeignet. Mit einer Ausnahme: Wer sich für Glasbläserkunst interessiert, ist hier sehr gut aufgehoben. Die Stadt ist ein Zentrum dafür und besitzt zahlreiche Galerien.
Monteriggioni
Man glaubt es nicht: Eine kleine, kreisrunde Siedlung auf einem Hügel ist der am meisten besuchte Ort der Toskana (natürlich mit Ausnahme von Florenz). Grund dafür die die vollständig erhaltene Stadtmauer und die gur renovierte Bausubstanz im Ort (worunter manchmal schon die Originalität etwas gelitten hat). Der Ort ist schnell durchwandert und bietet von seinem Westtor aus bei Sonnenuntergang einen Traumblick über die sanften toskanischen Hügel.
