Vatikan

Rom - Vatikan

‚Im Herzen des Vatikans, im Apostolischen Palast, befand ich mich an einem Ort, an dem ausgerechnet ich gar nichts zu suchen hatte. Es war höllisch gespenstisch hier ... Auf einigen Gobelins warne historische Szenen abgebildet: Bilder von Gewalt und Blut und maschierenden Armeen und Scharen von Engeln und Gott weiß was sonst noch zogen die Aufmerksamkeit des Betrachers auf sich – die Darstellungen waren voller Wildheit und Ungestüm, Farben und Klängen, Schlachtrufen und schmetternden Trompeten himmlischer Provenienz ...‘
(Zitat aus Thomas Gifford: Assassini).

war eigentlich nicht geplant, ist einfach nur auf der Strecke gewesen. Frechheit siegt – und so parken wir unseren BMW ca. 200 m Luftlinie in einem Mikro-Parkhaus vom Petersplatz entfernt. Immerhin hat uns das Navigationssystem hingeführt, aber bei der Parkplatzsuche verlassen.

Und dann sind da die Menschenmassen – vor dem Dom, im Dom, neben dem Dom, auf den Straßen – es ist einfach Karwoche in einem heiligen Jahr, offenbar für viele ein Muß, die heiligen Stätten zu besuchen. Uns glaubt das niemand, denn wir werden wegen meines Geburtstags einige Male angerufen – ich an meinem Geburtstag im Vatikan?!

Schon vor dem Petersdom wird Schlange gestanden – zwar nicht allzu lange, aber das Gedränge ist einfach riesig. Passend zu den Ausmaßen des Doms, der Skulpturen, des Gigantismus. Wir sind zu erschlagen davon und vom Pomp, als daß uns der Besuch wirklich gefallen würde. Eine kleine, gerade noch benutzte Kirche auf dem Land ist uns eher einen Besuch wert ... wir entschließen uns sehr bald zur Flucht aus dem Petersdom.

Trotzdem – da wir schon mal da sind, sollten wir doch wenigstens die Sixtinische Kapelle besuchen. Also ‚schlangen‘ wir uns wieder mal an, schon auf der Straße und vor der Kasse staut sich alles weiter. Der Besuch ist sündteuer (man bemerke die Terminologie für das Zentrum des Katholizismus), die Sixtinische gibt es nicht allein, sondern man muß schon für alles bezahlen, auch wenn man es gar nicht sehen will.

Der Weg entpuppt sich als ein Labyrinth durch Hallen, Gebäude, Gänge, ‚prunkstvollst‘ (mir gelingt keine adäquate Steigerung) verziert, wobei in 80% der Darstellungen Menschen auf die ein oder andere abartige Weise zu Tode geschunden werden. Wenigstens konnte man den Toten den Besitz abnehmen und in Rom anhäufen – ein Museum, gebaut auf Blut! Irgendwann kommen wir dann doch in der Sixitinischen Kapelle an – gleiches Bild – Pomp pur. Nichts wie raus; das ist nichts für uns.

Auch wenn Rom eigentlich eine wundervolle Stadt ist – und zudem die Hauptstadt Italiens – der Vatikan ist nicht mein Revier!