Orvieto - Perle in Umbrien

Orvieto

- ausgesprochen pittoresk auf einem Felsen, ca.100 km nördlich von Rom gelegen, wollten wir schon vor einiger Zeit mal besuchen. Im April 2000 machten wir auf dem Weg in den italienischen Süden dort Station - und unsere hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.

Orvieto ist eine Stadt mit etruskischen Wurzeln – also mehr als 2000 Jahre alt. Trotz ihrer relativen Größe hat sie ihren unglaublichen Charme behalten – der von kleinen, verwinkelten Gäßchen, Kunst- und anderen Handwerksläden lebt und sich vor allem durch pulsierendes Leben an jedem Abend auszeichnet.

Sehenswert ist die gesamte Stadt, leicht zu Fuß zu erkunden, und nie langweilig, besonders aber der Dom – ein Vorläufer des Doms zu Siena – und in ihm (subjektiv) beeindruckend die Alabasterfenster, die auch in anderen Kirchen zu finden sind. Die kleinen Läden der Handwerker sind in jedem Fall mehr als nur einen kurzen Blick wert; viele davon sind restauriert mit bemalten Decken und kunstvoller Ausstattung – selbst kleine Kunstwerke. Daß speziell das Holzhandwerk in Orvieto Tradition hat bemerkt man auch an den vielen Skulpturen in der Stadt. Eine Festung trutzt am Berg und daneben liegt einer der schönsten Brunnen, die wir je gesehen haben: der Brunnen des hl. Patrizius (den ich eher in Irland als hier erwartet hätte). Er ist ca. 60 m tief und über zwei konzentrische Treppen begehbar, die in gleichen Abständen Fensteröffnungen aufweisen, was eine enorme grafische Wirkung verursacht.

Nahezu jedes Haus in Orvieto hat eine künstlich angelegte Höhle im Keller – es gibt mehr als 1200 davon über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Einen Eindruck davon bekommt man durch eine Besichtigung von zwei passierbar gemachten Höhlen, die für das Publikum geöffnet wurden. Die Führung ist bemerkenswert, denn sie zeigt nicht nur die Bauten, sondern führt in das Leben der Bewohner in der Frühzeit der Stadt ein.

Gewohnt haben wir im Hotel Palazzo Piccolomini, einem (wie könnte es auch anders sein) Bau aus dem Mittelalter, der sehr liebevoll restauriert wurde. Bilder der Restaurierung kann man noch sehen, oder auch im gegenüberliegenden Torre Restaurationsarbeiten live miterleben, sofern der Besitzer mal wieder Zeit hat, eine persönliche Führung zu übernehmen. Ganz besonders stolz ist er auf drei übereinander gebaute Bögen: der unterste etruskisch (2300 v. Chr.), der mittlere römisch, und der oberste aus dem Mittelalter – alle zu sehen im dazugehörigen Restaurant.