Japan -
mein eindeutiges Verhältnis

Nein - wenn nicht wieder eine Dienstreise ansteht, die ich unbedingt selbst antreten muß - nein, dann sieht mich Japan mindestens die nächsten 25 Jahre nicht mehr. So einfach ist diese Aussage nicht zu erklären - dafür fehlen die Worte, das Unbehagen zu beschreiben, das mich überall begleitet hat. Regeln überall, meist unverständlich, und natürlich für Fremde leicht zu übersehen, falsch zu interpretieren. Aber auch das alltägliche Leben ist so anders, so unverständlich, daß es mich einfach nicht mehr dahin zieht.

Es mag sein, daß es auch viele schöne Stellen dort gibt - Nara, Koyasan oder Nikko zeugen davon. Es ist sicher, daß es viele Kulturgüter gibt, sogar in überreichlichem Maß, wie etwa in Kyoto.

Was mich abstößt ist die unsäglich unbedachte Kombination von Altem mit Neuem, von althergebrachten Verhaltenweisen mit pseudo-moderner ‚Kultur'. In vielen anderen Ländern habe ich das weitaus sympathischer gesehen, in einer Art und Weise, die die alte Kultur behutsam pflegt aber dennoch das Neue nicht ablehnt. Oder aber ganz auf die Moderne setzt. Hier scheint mir, daß Neues einfach ungeprüft, unbedacht und unbedarft hinzugefügt wird, nicht adaptiert, nicht verstanden und damit die Kultur beeinträchtigt, auf die man eigentlich stolz ist.

So kommt es, daß mir Japan bisher als einziges Land einen Kulturschock versetzt hat.